Ende Dezember 2010 wurde eine Arbeitsgruppe zur Abgrenzung der Aufgaben zwischen DWD und privaten Wetterdiensten eingesetzt. Die Gespräche dazu fanden im Frühjahr 2011 in guter Atmosphäre statt. Ende August teilte der DWD dem Verband nun mit, dass der zur internen Beratung gemeinsam erstellte Lösungsvorschlag für die Herstellung eines fairen Wettbewerbes derzeit für den DWD nicht entschieden werden kann. Der Vorstand des DWD möchte das Gesetzgebungsverfahren hinsichtlich des Geodatenzugangsgesetzes (GeoZG) abwarten, woran das BMU derzeit arbeite. Optimistisch geht man dabei von der Dauer eines halben Jahres aus. Durch die neue Gesetzgebung werden weit reichende Konsequenzen für die Datenpolitik erwartet. Damit ist leider auch weiterhin von einer Störung des Marktes durch unentgeltliche Angebote auszugehen und die ernstliche Lage der privaten Wetterdienstleister besteht fort. DWD und VDW wollen aber dennoch weiter im Gespräch bleiben. Der Verband will die wirtschaftlich schweren Umstände in der GIW-Kommission des BMWi vorstellen, welche an der inhaltlichen Ausarbeitung der Durchführungsbestimmungen zum GeoZG beteiligt ist.
In einer Gesprächsrunde im Dezember 2010 einigten sich Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), des DWD, und des VDW e.V. auf eine Zusammenarbeit zur Lösung der bestehenden Schwierigkeiten im Wettbewerb des Wettermarktes. Ab Februar 2011 werden Vertreter des DWD und des Verbandes in einer Arbeitsgruppe Konflikte besprechen und nach einer klaren Definition für die Grenze in den Arbeitsbereichen auf dem Wettermarkt zwischen den Privaten und dem DWD suchen. Bis zur Sommerpause des Parlamentes soll ein Ergebnis vorliegen, das von beiden Seiten getragen wird. Gesetzliche Änderungen sind derzeit nicht geplant, dem Ministerium ist daran gelegen, dass der DWD bei seiner Aufgabenerfüllung den Markt nicht beeinträchtigt.
Im letzten Schriftverkehr zwischen dem Verband und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ist wiederholt eine Handlungspflicht durch die Fachaufsichtbehörde des DWD abgewiesen worden. Das BMVBS geht weiterhin davon aus, dass die Ausweitung der unentgeltlichen Angebote unter der Bezeichnung Grundversorgung dem DWD-Gesetz entsprechen. Nach Äußerungen des BMVBS gegenüber dem Wissenschaftsrat (Umsetzung der Empfehlungen aus der zurückliegenden Evaluation Deutscher Wetterdienst (DWD), Offenbach, 13.11.2009, Seite 12) sind weitere Angebote geplant. Zwar empfiehlt auch der Wissenschaftsrat (a.a.O. Seite 10): „Der Rückzug vom Markt solle unter sorgfältiger Berücksichtigung der wettbewerbspolitischen und –rechtlichen Anforderungen revidiert werden.“ Doch scheint diese Empfehlung zu lasch gehandhabt worden sein, denn immer mehr Bereiche des Wettermarktes werden als Absatzmöglichkeit eingeschränkt bzw. kommen zum Erliegen.
Für uns als Mitstreiter am Wettermarkt ist diese Ausweitung unüberschaubar und unberechenbar. Auf einer solchen Basis können keine Innovationen zu realistischen Preisen seitens der privaten Anbieter gestartet werden. Als Argument führt das BMVBS an, dass eine Reduzierung der unentgeltlichen Angebote mit der Aufgabe der Daseinsvorsorge unvereinbar wäre. Dem steht entgegen, dass die Daseinsvorsorge nur fordert, dass ein Angebot vorgehalten werden muss, welches erschwinglich ist und nicht zwingend unentgeltlich. Ein Angebot, was der Verbraucher sich leisten kann und nicht eines, welches er geschenkt bekommt. Medikamente, Brot, Sporteinrichtungen etc. sind auch nicht umsonst.
Auf unser Angebot zur Mitarbeit an der geplanten Gesetzesänderung des DWD-Gesetzes ging das Ministerium nicht ein. Wir halten es jedoch für dringend erforderlich, dass bei der Erarbeitung der Neufassung die verschiedenen Interessen gesammelt und ins Gleichgewicht gebracht werden, um zukünftig sowohl dem Wachstum und der Beständigkeit des Marktes als auch dem Schutz des Bundeshaushalts zu dienen.
Der Deutsche Wetterdienst vertritt die Auffassung, dass er kaum noch kommerziell tätig ist. Allerdings ist er auch weiterhin auf zahlreichen Messen präsent und bietet seine Dienstleistungen im Wettbewerb zu privaten Wetterdiensten an. Der VDW hat daher beim DWD nachgefragt, welche Kosten dafür am Beispiel der e-world entstehen. Dort hat er unter anderem auch das Wetter in der Messezeitung gestaltet.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weitet die kostenfreien Dienstleistungen immer weiter aus und beeinflusst damit negativ – egal ob gewollt oder ungewollt – den Markt für meteorologische Leistungen. Der Verband Deutscher Wetterdienstleister (VDW) hat dazu ein Positionspapier erstellt, dass die wesentlichen Probleme des Wettermarktes in Deutschland beleuchtet und Verbesserungsvorschläge unterbreitet.